Der Königspalast von Kambodscha (Khmer: ព្រះបរមរាជវាំង) ist ein Gebäudekomplex, der als offizielle Residenz des Königs von Kambodscha dient. Sein vollständiger Name auf Khmer lautet Preah Barom Reacheaveang Chaktomuk Serey Mongkol (Khmer: ព្រះបរមរាជវាំងចតុមុខសិរីមង្គល). Die kambodschanischen Monarchen wohnen hier seit den 1860er Jahren, mit Unterbrechungen während und nach der Herrschaft der Roten Khmer.
Der Palast wurde zwischen 1866 und 1870 von König Norodom erbaut; der ursprüngliche Palast wurde zwischen 1912 und 1932 größtenteils abgerissen und im traditionellen südostasiatischen Stil neu aufgebaut. Er liegt am Westufer der Zusammenflussstelle von Tonle-Sap- und Mekong-Fluss, genannt Chaktomuk (Anspielung auf Brahma).
Geschichte
Die Errichtung des Königspalastes in Phnom Penh 1866 ist relativ jung in der Khmer-Geschichte. Vom 9. bis Anfang 15. Jahrhunderts lag das Machtzentrum der Khmer nahe Angkor nördlich des Tonle-Sap-Sees. Aufgrund von Umweltproblemen zog die Khmer-Hofhaltung im 15. Jahrhundert nach Phnom Penh, damals Krong Chaktomuk Serei Mongkol (Khmer: ក្រុងចតុមុខសិរីមង្គល), später nach Basan, Longvek und Oudong. Im 19. Jahrhundert kehrte die Hauptstadt nach Phnom Penh zurück. 1813 baute König Ang Chan Banteay Kev auf dem heutigen Palastgelände. 1866 kehrte König Norodom zurück.
Norodom lebte zunächst in einem temporären Holzpalast. Der Palast umfasste den Thronsaal, die privaten Villen des Königs (Nord/Süd), traditionelle Salas (offene Pavillons) wie Tanz- und Festhalle sowie den Napoleon-Pavillon. Die Westseite war für die Frauen des Königs.
Der Komplex war von einer Mauer (Ost) und einem Wassergraben (West, nach 1914 aufgefüllt) umgeben, dekoriert mit seima-Blattmotiven. Außerhalb liegen die Silberpagode (Süd) und der Krematoriumsplatz (Nord), der östliche Park für königliche Feste.
König Sisowath baute den Palast 1912–1919 neu. Heute bestehen die wesentlichen Bauwerke aus:
Thronsaal: Königsthrone, Krönungen, Empfang ausländischer Botschafter
Napoleon-Pavillon: Empfangsraum, heute Museum
Phochani-Pavillon: Bankettsaal
Chan Chhaya: für Staatsempfänge und Tanzaufführunge